Theaterproben sind faszinierend. Nicht nur wegen der Kunst. Sondern vor allem wegen der Sprache. Denn kaum irgendwo sonst schaffen es Menschen, völlig harmlose Sätze in emotionale Katastrophen zu verwandeln. Hier ein kleiner Übersetzungskurs aus dem echten Probenalltag. Regisseur: „Das war interessant.“ Bedeutet: Das war grauenhaft, aber ich suche noch nach einer diplomatischen Formulierung. Schauspielerin: „Ich probiere da einfach mal etwas aus.“ Bedeutet: Ich mache jetzt exakt das Gegenteil von dem, was gestern besprochen wurde. Schauspieler: „Ich brauche einfach noch etwas Sicherheit.“ Bedeutet: Ich kenne weder Text noch Auftritt noch Ausgang. Regie: „Etwas weniger.“ Der klassische Theater-Satz. Problem: Niemand weiss, wovon weniger. Weniger Emotion? Weniger Lautstärke? Weniger Arme? Weniger Existenz? „Mach es natürlicher.“ Der wohl gefährlichste Satz überhaupt. Denn danach spielen plötzlich alle so, als würden sie eine Steuererklärung spielen. „Du darfst grösser spielen.“ Das hören...
Seit 1988 stehe ich auf, vor und hinter der Bühne: als Schauspieler, Regisseur, Theaterproduzent und Autor. Heute schreibe ich Komödien, Lustspiele und massgeschneiderte Bühnentexte für Profibühnen, Semiprofis und Amateurbühnen. Texte, die zur Besetzung, zum Publikum und zur Bühne passen — mit starken Rollen, Spielfreude, Gemeinschaft und Pointen mit Fallhöhe. Kurz: Ich schreibe, Sie spielen, das Publikum lacht.